

Neben der interessanten Karosserie war auch der eigens für dieses Auto konzipierte Reihensechszylinder mit Leichtmetallzylinderkopf und Leichtmetall-Kolben nicht zu verachten. Er galt zwar keineswegs als eine so moderne Konstruktion wie das Kleid des Adlers, trug allerdings viel zur Wirtschaftlichkeit bei. Nicht eben up-to-date war nur seine seitliche Ventilanordnung.
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Damit war er für einen Wagen seiner Größe in Deutschland unübertroffen. Zum sparsamen Verbrauch von nur 12 Litern Kraftstoff auf 100 km/h trug neben der Stromlinie auch der Einsatz von zwei Solex-Vergasern in Registeranordnung bei. Der zweite Vergaser wurde immer erst bei Bedarf, ungefähr im letzten Drittel des Gaspedalwegs, über ein Gestänge zugeschaltet.
Probleme hatte der Adler eigentlich nur mit der Kühlung, da der Motor eng zwischen hohen Seitenwände mit nur wenig Luftschlitzen arbeitete. Stadtverkehr dürfte also nicht sein Fall gewesen sein.
Angeboten wurde der Adler Typ 10 als Limousine mit Ganzstahlkarosserie von Ambi-Budd für 5750 RM.
Außerdem gab es ein hübsches Sportcabriolet und ein Cabriolet mit Aufbauten von Karmann für 6100 und 5950 RM. Eine in sehr geringen Stückzahlen produzierte Sportlimousine, heute würde man Coupé sagen, mit leistungsfähigerem Motor und
viel höherem Preis vervollständigte das Angebot. Insgesamt kamen vom damals modernsten, deutschen Serienwagen nur etwa 5290 Exemplare auf den Markt. Schließlich entstand der Adler in einer Zeit, in der es wohl kaum eine Zukunft für so ein Automobil gab. Wer konnte diesen Mittelklassewagen denn schon kaufen? Letztendlich wurden die meisten 2,5 Liter Adler wegen ihrer Geländegängigkeit im Krieg verschlissen. Heute existiert nur noch eine Handvoll fahrbereiter
Exemplare. Nach dem Krieg verhinderte die Firmenpolitik bei Adler eine Wiederaufnahme der Automobilproduktion und konzentrierte sich auf Motorräder sowie andere Produkte.
Damit war das Schicksal der deutschen Automarke, die viele innovative Einfälle für die Serienproduktion nutzbar machte, besiegelt.
Marina Block