Zu recht gilt er als ausgesprochen vielseitiger Künstler. Er arbeitete für viele Unternehmen, darunter Talbot, Chenard-Walcker, Rolls Royce und später auch für Simca.
Anfang der 30er Jahre illustrierte er sogar den Katalog von Ballot-Hispano. Einer seiner ersten Auftraggeber war das in einem
Pariser Vorort für die französische Legion Kleinstwagen produzierende Unternehmen Benjamin. Dort zeichnete er hauptsächlich Chassis und mechanische Details, was später für sein technisches Verständnis von großem Nutzen sein sollte. Hier entstanden aber auch seine ersten im Auftrag gemalten Rennbilder, als er 1923 für Benjamin die Teilnahme an der Paris - Nizza Fahrt künstlerisch dokumentierte.
B
ald kamen auch die ersten Plakataufträge vom Automobile Club de l´Ouest hinzu, dem Organisator der Le Mans Rennen und vieler anderer Veranstaltungen. 
Mit den Jahren wurde Geo Ham einer der begehrtesten französischen Künstler in Sachen Automobil. Wenn er auch viele Auftraggeber hatte, so wird eines bei der Betrachtung seiner Werke doch deutlich, nämlich daß seine Leidenschaft den Bugattis galt. So einen Bugatti zu fahren, war in den 20er und 30er Jahren der Wunschtraum fast aller jungen Leute in Frankreich, denn er symbolisierte ja förmlich jugendliche Frische und Dynamik, eben das Selbstverständnis der jungen Generation.
Neben den aktionsgeladenen Aquarellen von Le Mans, Monthléry, Monte Carlo etc. gibt es übrigens
von Ham auch amüsante Karikaturen über Rennfahrer, Rennleiter und andere Personen
rund um den Rennsport. 1948 malte er zum Beispiel eine Karikaturen-Serie für die Zeitschrift "L´Action Automobile".
Aber damit nicht genug, denn er kam dem Automobil künstlerisch sogar noch näher. Mitte der 30er Jahre entwarf Geo Ham eine Art Deco Karosserie für Figoni & Falaschi, womit ein Delahaye 135 bestückt wurde. Eben dieser Roadster ging 1936 auf dem Pariser Salon, wo er eine echte Sensation darstellte, an den Aga Khan. Gelingen konnte Ham dieses Meisterwerk, weil bei ihm künstlerisches Können und technisches Wissen Hand in Hand gingen.
Sein Leben hatte er übrigens nicht nur dem Automobil verschrieben, sondern noch einer
anderen aufregenden Maschine seiner Zeit, nämlich dem Flugzeug. Als einer von nur fünf Künstlern, die beim Ministerium für Luftfahrt akreditiert waren, flog er mit den Postpiloten von L´Aeropostale, darunter Antoine de St-Exupery. Auch sonst verlief sein Leben recht abenteuerlich. Als Mussolini 1935 in Abessinien einmarschierte, schickte man ihn als Korrespondenten in den Krieg, und auch im 2. Weltkrieg war er Berichterstatter. Nach dem Krieg
illustrierte Ham das Buch des Rennfahrers Roger Labric. Die Aquarelle dieser limitierten Auflage zeigen viele wichtige Szenen aus der Geschichte von Le Mans und den französischen Grand Prixs. Marina Block